Was hat Chyavanprash mit Powidl gemein?

Was hat Chyavanprash mit Powidl gemein?

Als eines der ältesten Superfoods der Welt gilt die Paste des Rishis (Sehers) Chyavan, welcher dieses Stärkungs- und Regenerationsmittel einer vedischen Legende nach von den himmlischen Ärzten – den Ashvins –  verschrieben bekam. Das Mus aus Kräutern, Ghee, Amla und Zucker soll dem alten Chyavan ein langes, glückliches Leben mit der jungen Prinzessin Sukanya beschert haben….

Auch wenn wir gerade keinen Traumprinzen zur Hand haben und uns noch dazu ein mitteleuropäischer Herbst und Winter bevorstehen, wir würden gut daran tun uns hin un wieder dieses Rasayana (Verjüngungskur) zu gönnen.

Als ich vor genau 14 Jahren das erste Glas Chyavanprash von einem Wienbesuch mit ins Mühlviertel brachte, hätte ich es am liebsten Löffel für Löffel auf einen Sitz vernascht. Diese harmonische Mischung aus fünf Geschmacksmischungen, die tiefdunkelbraune Farbe und honigartige  Konsistenz gaben mir in der damaligen Still-Zeit jeden Morgen und Abend ein Gefühl der Stärkung (die mich irgendwie ans Sanostol meiner Kindertage erinnerte). Und stillte überdies auch noch meinen eignen Heißhunger nach Süssem.

Man findet die klassische Zusammensetzung des Chyavanprashs in den alten Schriften und es gibt viele überlieferte Familienrezepturen, der Hauptbestandteil ist allerdings immer die Amla-Frucht (Amalaki, lat. Emblica officinalis oder auch Myrobalan), die im Ayurveda hochgelobte indische Stachelbeere, welche vor natürlichem, hitzebeständigem Vitamin C (Fänger von freien Radikalen) nur so strotzt. Diese Frucht vermag ein aufgeregtes Pitta auf sehr sanfte Weise zu beruhigen und so einer Übersäuerung vorzubeugen.

Bei der Herstellung wird eine Abkochung aus vielen, unsere Immunkraft steigernden Kräutern und Gewürzen gemacht, in der dann in Leinenbeuteln die Früchte gekocht werden. Später werden diese entkernt und das Fruchtfleisch gemeinsam mit Gewürzen in Ghee und Sesamöl geröstet. Dann wird der Kräutersud mit dem Fruchtfleisch, Honig und Rohrohrzucker zu einem festen Mus verarbeitet, welches in Gläsern abgefüllt lange haltbar ist.

Allerdings ist Vorsicht geboten, was die Qualität dieser Delikatesse anbelangt, Billiganbieter verwenden kein echtes Ghee, ersetzen die teure Amla-Frucht durch Kürbis oder ähnliches. Jedes hochwertige Produkt hat natürlich seinen Preis, ich kann Ihnen zwei Löffel für Sie und Ihre Liebsten täglich von z.B. folgenden Anbieter wärmstens empfehlen: amla.de.  Dieses Chyavanprash ist wirklich gelungen und erstklassig.

Irgendwie erinnert mich Chyavanprash auch an den Powidl meiner Kindheit. Meine Großmutter hat in ihrem kleinen Holzhaus in Brunn am Gebirge immer für unsere ganze Groß-Familie Powidl eingekocht, welcher ihr auf dem Tischherd der winzigen Küche regelmäßig anbrannte, was ihm den unverwechselbaren Karamell-Geschmack sowie die nötige Schwärze verlieh, um am Teller neben den Mohnnudeln eine exzellente Figur zu machen und meine Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Omamas Powidl…! Gibt es leider nicht mehr…aber im Chyavanprash habe ich eine wunderbare Alternative gefunden.

Chyavanaprash balanciert unsere Bioenergien, stärkt die Verdauung und das Fortpflanzungsgewebe. Amalaki erneuert das Gewebe, erhöht die Zahl der roten Blutkörperchen und enthält u.a. Kalzium, Phosphor, Eisen, Karotin, Kohlenhydrate, Thiamin und Riboflavin. Der unraffinierte Rohrzucker und Honig dienen als Trägerstoffe der Kräuter bis hin zu den tiefen Geweben und liefern die süße Geschmacksrichtung, die gemäß den ayurvedischen Texten verjüngend wirkt. Ein Chyavanprash ohne Zucker und Honig hätte nicht die beschriebene positive Wirkung. Naschkatzen herzlich willkommen!

 

 

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